Nach der individuellen Anreise und Ankunft gegen 14 Uhr am Forum des Karlsruher Instituts für Technologie (kurz: KIT) bekamen wir zunächst einen kurzen Einblick, mit physikalischem Hintergrund, für das anstehende Tagesthemengebiet rund um die Energiegewinnung durch Wasserräder. Dieser Einblick befasste sich sowohl mit Grundlagen der energetischen Physik, wie physikalischen Größen rund um Arbeit, Leistung und Wirkungsgrad, als auch mit Informationen über die Arten, Wasserkraft in Form von Turbinen oder Wasserrädern als Energieträger zu nutzen. Nach der Impulssetzung durch eine Studentin des KIT begann der für den Tag angesetzte Workshop am universitätseigenen Institut für Wasser und Umwelt. Nachdem wir in eine für Projektplanungen umgerüstete Halle mit modellgetreuen Versuchsnachbauten zur Betrachtung der Eigenschaften von Fließgewässern geführt wurden, erhielten wir die Aufgabe ein Wasserrad mit möglichst großem Wirkungsgrad zu konstruieren. Dies sollte durch die Anpassung von Blechen geschehen, die als Schaufeln in das Rad eingesetzt wurden. In vier verschiedenen Gruppen wurden an einem Messstand mit Vorrichtung zum Einsetzen des Wasserrads Messungen unter variierenden Bedingungen, wie Fließgeschwindigkeiten oder Widerständen, durchgeführt. Die Wirkungsgrade der einzelnen Schaufelformen unterschieden sich jedoch marginal. Im Anschluss an den ersten Projekttag fand am Abend ein erstes Kennenlernen statt, was jedoch aufgrund des bereits geschehenen Zusammenwachsens innerhalb der Gruppen des vorangegangenen Versuchs überflüssig wurde.
Der darauffolgende Tag begann mit einer Busfahrt zum Campus Nord der Universität, an welchem sich verschiedene Forschungsbereiche weitläufig vereinen. In einem kleinen Vortrag begrüßte zunächst der Geschäftsführer des Bereichs Energie, Herr Breh, die anwesenden Camp-Teilnehmenden und gab uns einen kleinen Ausblick über Eckdaten der einzelnen Forschungsbereiche. Auf den Vortrag folgte eine Führung durch die Batteriefertigung, in welcher Prozessoptimierungen im kleinen Rahmen, auch für namhafte Unternehmen, wie Audi, Porsche oder BMW durchgeführt werden. Der Batteriefertigung folgte die Besichtigung des Energielabs, welches verschiedenen Praxisforschungen der großflächigen Energiegewinnung und Speicherung von Sonnenenergie über 2MWh dient. Das folgende Mittagessen in der Mensa sowie ein kurzer Besuch in der Bibliothek des KIT ließ kleine Einblicke in das Studentenleben zu, was sich bei einer Studentenanzahl von über 20.000 Studierenden als recht eindrücklich entpuppte. Im Anschluss an das Mittagessen fand ein Solarzellenpraktikum am Helmholtz-Gymnasium statt, welches Gastgeber des MINT-Camps war. Dort beschäftigten wir uns mit der Funktionsweise einer Solarzelle und deren Energiespeicherung. Durch die Programmierung eines speziellen Computerprogramms konnten wir in einem nachfolgenden Projekt die Ladevorgänge einer angeschlossenen Batterie an eine Zelle verfolgen.
Nach dem Frühstück startete der dritte Tag mit einer Präsentation über Nutzungsversuche der
Geothermie durch Fracking und Tiefenbohrungen. Hierfür konnten wir im Anschluss an den Vortrag selbstständige Veranschaulichungen über die Verfahrensweise von Fracking mit Götterspeise und eingeleiteter Vanillesoße durchführen, bei welcher die Soße gleichmäßig über einen Strohhalm in die Götterspeise injiziert werden muss, ohne sich vertikal auszudehnen, lediglich horizontal. Statt des geplanten Workshops über den Bau und die Verwendung von Brennstoffzellen, erhielten wir eine Alternativlösung zur Windenergie. Diese mündete in einer ausgewiesenen Debatte zu den Vor- und Nachteilen einer fiktiven Geschichte zum Bau eines Windparks im Schwarzwald. Zugewiesene Rollen, als Repräsentanten verschiedener Meinungen gegenüber einer Errichtung, wie Naturschützern, Anlagenbetreibern oder Energieversorgern ließen unterschiedliche Perspektiven deutlich werden, S.2
was die Bildung einer fundierten Meinung ermöglichte. Auch das an die Debatte anknüpfende, abgefragte Meinungsbild im Plenum spiegelte die unterschiedlichen Ansichten wider.
Der vierte und letzte Tag des Camps endete mit Präsentationen der vier verschiedenen Gruppen als Resümee der vergangenen Tage sowie Themengebiete. Nacheinander gab es somit eine Zusammenfassung der Wasserkraft und des Baus eines Wasserrads, der Energieforschung am KIT, des Solarzellenpraktikums und der Geothermie. Die Organisatoren des Helmholtz-Gymnasiums baten die Teilnehmenden des Camps um Feedback bezüglich des Campverlaufs. Die Resonanz war durchweg positiv.




