1. Idee und Ansatz
Besonders leistungsstarke Schüler:innen sind trotz differenzierender Unterrichtsformen im normalen Schulalltag häufig unterfordert. Die Unterrichtszeit soll durch attraktive Förderangebote sinnvoll genutzt werden. Beim Mach Min(n)t-Tag handelt es sich um eine Erweiterung des Förderangebots für besonders begabte Schüler:innen am Herbartgymnasium nach dem Enrichment-Modell. Das Enrichment erfolgt dabei in der horizontalen Ebene durcH die Erweiterung um Themen bzw. Fachgebiete, die im regulären Curriculum nicht vorgesehen sind und auf separativer Ebene als äußere Differenzierungsmaßnahme (Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.): Begabte Kinder finden und fördern – Ein Ratgeber für Elternhaus und Schule. 2010). Der Mach Min(n)t-Tag folgt dem Pullout-Ansatz.
2. Pullout-Ansatz
Pullouts sind Veranstaltungen, bei denen leistungsstarke und motivierte Schüler:innen an Workshops außerhalb des Regelunterrichts teilnehmen, die jeweils einen unterschiedlichen MINT-Schwerpunkt besitzen. Dazu werden sie aus dem Regelunterricht gezogen und nehmen an einem naturwissenschaftlichen Projekt teil, das sich mit vertiefenden Inhalten, die i.d.R keine thematische Bindung an die Fachcurricula der Jahrgänge haben, beschäftigt. Eine besondere Rolle spielt dabei das außerschulische Lernen.
3. Gründe für außerschulische Kooperationen
Der herkömmliche Schulunterricht profitiert von den institutionellen Möglichkeiten außerschulischer Lernorte. Umfangreichen Fragestellungen kann zeitintensiv nachgegangen werden und gute wissenschaftliche, materielle sowie personelle Ausstattungen ermöglichen ein Lernen, das nah an der naturwissenschaftlichen Forschung orientiert ist (Schille, P., Meinert, B., Philipps, S., Deusing-Gottschalk, P., Goclik, E., Faustmann, B. & Mischnick, P. (2015). Laborbesuche in den Lehrplan implementieren. Naturwissenschaften im Unterricht Chemie, 147, S. 14–16.). Der Besuch außerschulischer Lernorte ermöglicht zudem den Regelunterricht überwiegend ungestört weiterlaufen zu lassen.
4. Ziele
Der Mach Mi(n)t-Tag soll Begeisterung für MINT-Fächer wecken bzw. verstärken und dabei gleichzeitig Begabung und Interesse fördern. Dazu soll motivierten Schüler:innen eine Herausforderung über den Standardunterricht hinaus geboten werden sowie zusätzliche Möglichkeiten und Kontakte eröffnet werden. Das langfristige Ziel, das Projekt kontinuierlich in jeder Jahrgangsstufe der Sekundarstufe I zu etablieren, haben wir bereits im zweiten Jahr der Konzeptumsetzung erreicht. Ausgenommen wird die Jahrgangsstufe 5 aufgrund der Termindichte von Veranstaltungen und dem Schwerpunkt des Einlebens am Herbartgymnasium.
5. Umsetzung
Für die Organisation des Mach Mi(n)t-Tags ist eine verantwortliche MINT-Lehrkraft zuständig. Zum Aufgabenbereich gehört die Kommunikation mit den außerschulischen Partnern, die Koordination der Besuche (Eltern- und Schüler:inneninformationsschreiben, Vertretungsplanung, Einteilung begleitender Lehrkräfte, Organisation von An-/Abfahrt) sowie Organisation und Auswertung des Auswahlverfahren. Die Schüler:innen werden zu den Workshops von einer Fachlehrkraft begleitet. In den unterschiedlichen Jahrgangsstufen erfolgt eine Variation der MINT-Schwerpunkten der Workshops und Auswahlkriterien der Teilnehmer:innen.
Beispiele am Herbartgymnasium:
Jahrgang 6: „Leben im Teich“ in der Grünen Schule (Botanischer Garten Oldenburg) – Vorschlag der Schüler:innen durch Biologielehrkräfte (s. Foto)
Jahrgang 7: Programmieren mit Calliope im Lernlabor Informatik (Uni Oldenburg) – Motivationsschreiben durch interessierte Schüler:innen
Jahrgang 8: Mikroplastik mit dem GreenLab_OS (Uni Osnabrück) – Vorschlag der Schüler:innen durch Chemielehrkräfte
Jahrgang 9: Vegetarische, vegane und konventionelle Wurst – eine Analyse mit dem GreenLab_OS (Uni Osnabrück) – Vorschlag der Schüler:innen durch Chemielehrkräfte
Jahrgang 10: Löten von USB-Fahrradladegeräten in der ATB-Werkstatt (Uni Oldenburg) im Bereich Technik – Vorschlag Klassenleitung + Neigung (AG-Wahl)
Anmerkung:
Einige Workshops sind mit Kosten verbunden (z.B. Grüne Schule). Eine Übernahme durch den Förderverein ist jedes Schuljahr zu prüfen und ggf. zu beantragen.




