Didar Kiplapinar überzeugt im bundesweit einzigartigen Erfinderlabor
Bad Nauheim. Wie lassen sich gefährliche Bakterien gezielt bekämpfen, wenn Antibiotika nicht mehr wirken? Mit genau solchen Fragen hat sich die Bad Nauheimer Schülerin Didar Kiplapinar eine Woche lang auf höchstem wissenschaftlichem Niveau beschäftigt – im 39. Erfinderlabor des Zentrums für Chemie (ZFC), einem bundesweit einzigartigen Förderformat für besonders leistungsstarke Oberstufenschülerinnen und -schüler
Didar Kiplapinar, Schülerin der Ernst-Ludwig-Schule, wurde in einem strengen Auswahlverfahren aus mehr als 200 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt. Gemeinsam mit 15 weiteren Jugendlichen aus Hessen arbeitete sie an der Philipps-Universität Marburg und am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie an hochaktuellen medizinischen Forschungsthemen – von Virenjägern über neuartige Bakterienkiller bis hin zu Ansätzen gegen Alzheimer
Was das Erfinderlabor besonders macht: Die Jugendlichen erleben keine vereinfachten Schulversuche, sondern echte Forschung. Sie arbeiten mit modernster Labortechnik, entwickeln eigene Fragestellungen und präsentieren ihre Ergebnisse vor Fachpublikum aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. „Die großen medizinischen Herausforderungen unserer Zeit verlangen nach neuen Ideen und mutigen Lösungen“, betonte ZFC-Vorstand Dr. Thomas Schneidermeier bei der Abschlussveranstaltung in Marburg
Für Didar Kiplapinar war vor allem die Freiheit im Denken und Arbeiten prägend. „In der Schule laufen wir oft alle im gleichen Takt. Hier hatte ich das Gefühl, meine eigenen Schritte gehen zu können“, sagte die Bad Nauheimerin. Eine Woche lang beschäftigte sie sich intensiv mit sogenannten Bakteriophagen – Viren, die gezielt Bakterien angreifen und als mögliche Alternative zu Antibiotika gelten. „Normalerweise lernen wir in der Schule eher die Grundlagen – hier konnte ich ein Stück echte Wissenschaft miterleben, das war ein ganz anderes Niveau“, erklärte sie
Für Bad Nauheim ist Didar Kiplapinars Erfolg ein starkes Zeichen: Spitzenforschung beginnt nicht erst an der Universität – sondern manchmal schon im Klassenzimmer.




